Gemeinsam ist uns der poetisch-politische Blick auf die Wirklichkeit. Recherche als Praxis und Methode sind der Ausgangspunkt für grenzüberschreitende und kollektive Theaterarbeit im öffentlichen Raum.


BAUSTELLEN DES ANTHROPOZÄNS

#TakeCare-Recherche-Stipendium des Fonds Darstellende Künste, 2021

 

 

Mit der Recherche stellten wir die Tagebaue und Folgelandschaften der Lausitz in einen globalen und epochalen Kontext. Wir schauten auf die weltweiten Beispiele von großflächiger Verwüstung durch den Abbau fossiler Brennstoffe. Wir entdeckten, dass diese schwersten Eingriffe in bestehende Landschafts- und Kulturräume beispielhaft für die Gefährdungen und Herausforderungen der menschengemachten Welt des Anthropozäns sind. Uns wurde klar, in welchem Maße die ausgekohlten Landschaften Reallabore und Weltbühne für notwendige anthropozäne Transformationen sind. Die Qualität der Entwürfe dieses Neulands erzählt davon, wie im neuen Erdzeitalter unser Leben und Überleben möglich sein wird. Damit gewannen wir für die Entwicklung eines Landschaftstheaters eine wesentliche Dimension hinzu und formulierten erste Forderungen an das zu errichtende Neue Landschaftstheater.  


LANDSCHAFTSTHEATER-

Eine Rekultivierungsrecherche

(Lausitz 2020, gefördert im Reload-Stipendium der Bundeskulturstiftung)

 

 

 Mit der Recherche erkundeten wir die Folgelandschaften des Lausitzer Braunkohleabbaus als Labore für neue Formen von ästhetischer und sozialer Raumnahme. Wie kann man „Europas größte Landschaftsbaustelle“ als Erfahrungsraum in Szene setzen und „bespielen“? Hier waren die Erfahrungen der IBA Fürst-Pückler-Land und ihre „Werkstatt für Neue Landschaften“ besonders aufschlussreich. Wir lernten die „Ewigkeitslasten“ und die engen gesetzlichen und geologischen Rahmenbedingungen der Rekultivierung kennen und fragten nach dem Zusammenhang zwischen Stadt und ausgebeuteter Landschaft. Es entstanden erste Entwürfe eines zukünftigen synergetischen, interdisziplinären und partizipativen Landschaftstheaters.



 

Modellfall Weißwasser oder das Masz aller Dinge - Eine Stadtverwandlung zum Bauhaus-Jubiläum
Herausgeber: Stefan Nolte, Hendrik Scheel und der Neufert-Bau e.V. Weißwasser/OL
Erscheinungstermin: 23.04.2021
ISBN 978-3-945927-09-0 : EUR 10.00
128 Seiten, Kartoniert, Paperback
Jonitzer-Verlag; Dessau 2021

 

Das Buch dokumentiert das zweijährige künstlerische Projekt im Zeichen des Bauhaus-Jubiläums und reflektiert den Modellfall einer Stadtgestaltung von unten in einer weitgehend deindustrialisierten Kleinstadt. Es zeigt Möglichkeiten einer partizipativen und performativen Stadtverwandlung durch Kunst und gibt Beispiele der Verwandlung brachliegender Orte in Zukunftsorte. Darüber hinaus präsentiert das Buch einen herausragenden Ort der Industriegeschichte mit Bauhaus-Tradition.

Neben umfangreichem Bildmaterial und Fotos von David Baltzer beinhaltet das Buch ein Vorwort des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Beiträge des Bauhaus-Direktors a. D. Rolf Kuhn, des Stadtplaners Holger Schmidt, des Oberbürgermeisters Torsten Pötzsch, der Soziologin Julia Gabler, der Volkshaus-Freundin Christine Sievers und der beteiligten Künstler*innen Bernadette La Hengst, Paul Brodowsky, Constanze Fischbeck, Jochen Roller, Hendrik Scheel und Stefan Nolte. Als besonderen Bonus können die Leser*innen mittels QR-Codes drei für das Buch produzierte Videoclips anschauen und den Trailer des Modellfalls mit seiner Hymne „Bela Woda“ abrufen.



Bestellbar per Mail unter kultur@neufertbau.de und in jeder Buchhandlung

 

Förderer:

Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung und Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

MODELLFALL WEISSWASSER

oder DAS MASZ ALLER DINGE

(Weißwasser/OL; 2018-2020; gefördert durch Fonds Bauhaus Heute und Kulturstiftung Sachsen)

 

http://modellfall-weisswasser.de/

 

Im Modellfall entwickelten wir über 18 Monate mit den BürgerInnen der Stadt in künstlerischen Werkstätten einen temporären Neu-Gebrauch der de-industrialisierten und extrem geschrumpften Glasmacherstadt in der Lausitz. Mit dem Stadtparcours bespielten und transformierten wir 7 zentrale, brachliegende Orte.


 

HOTEL BERLIN –

Ein Immobilienexperiment

(Ballhaus Ost/Berlin 2016; gefördert vom HKF

 

www.ballhausost.de/hotel-berlin

 

Im ersten RECHERCHEPRAXIS-Projekt spielten wir anhand der Theater-immobilie durch, wie ein Theater sein kulturelles Kapital vermarktet, um das eigene Überleben zu sichern.

75 über sechs Stockwerke verteilte Schlafplätze konnten über das Webportal gebucht werden. Der theatral-installative Parcours führte auf verschiedenen Routen durchs ganze Haus.